Flugzeug-Batterie leer! – Was nun?
Dieser Beitrag behandelt alles Wichtige rund um die Batterie im Flugzeug, also sowohl das Aufladen als auch die externe Starthilfe, falls die Batterie leer sein sollte.
Inhaltsverzeichnis für Eilige
Aufladen der Batterie | Externe Starthilfe |
D-EIHI | D-EIHI |
D-EGBW | D-EGBW |
D-EWPA | D-EWPA |
D-ERWO | D-ERWO |
D-EQCC | D-EQCC |
D-MWOS | D-MWOS |
D-MLSH | D-MLSH |
Starthilfewagen für externe Starthilfe – Beschreibung
Ausführliche technische Informationen
Jeder hat es leider schon erlebt: Preflightcheck OK, Passagiere sind angeschnallt, „Propeller frei!“ und dann … Motor springt nicht an, weil der Anlasser es nicht mehr schafft – Batterie leer!
In diesem Beitrag geht es deshalb gezielt um
- die Vermeidung der oben beschriebenen Situation
- die unterschiedlichen elektrischen Systeme in unseren Flugzeugen sowie den richtigen Umgang damit
- das „richtige“ Laden der Batterie
- Das sichere Anlassen des Triebwerks mit einer externen Stromversorgung (sofern möglich)
Ein paar wichtige Informationen vorab: Die Batterien (eigentlich die Akkus) in unseren Flugzeugen sind allesamt
- (normalerweise) für die Luftfahrt zugelassen (und deshalb sehr teuer. 500-1200€ sind normal!)
- meist wartungsfreie Trockenbatterien (deshalb ohne irgendeine Nachfüllung von Flüssigkeiten wie man das von älteren Autobatterien kennt)
- sehr klein und leicht und deshalb haben sie auch nur eine sehr kleine Kapazität.
Besonders der Punkt 3 ist für den richtigen Umgang und die Vermeidung der anfangs beschriebenen Situation wichtig: Wer das Flugzeug bei eingeschaltetem Hauptschalter checkt, evtl. dabei noch die komplette Beleuchtungsanlage (Nav-Lights, ACL, Landescheinwerfer) länger eingeschaltet lässt und dabei noch das GPS, den Transponder und den Funk voreinstellt, braucht sich nicht über eine entleerte Batterie zu wundern. Dafür sind diese Energiespender nicht ausgelegt! Also die Batterie immer so weit wie irgend möglich schonen.
Noch schlimmer wird das ganze, wenn die Temperatur im Winter unter 5°C fällt und die Maschine schon eine Weile unbenutzt gestanden hat. In diesem Fall bietet es sich bei den ECHO Maschinen an einfach am Vorabend das entsprechende Ladegerät anzuschließen (NICHT bei den UL! – Dort nur 30-60 Min. unter Aufsicht laden) und die Batterie über Nacht zu laden. Unsere Vereins-Ladegeräte für die ECHO-Flugzeugbatterien verhindern auf elektronischem Weg eine Überladung und sie werden später noch genauer besprochen.
Die beiden folgenden Abschnitte behandeln die Themen richtiges Aufladen der Batterie sowie Anlassen des Triebwerks mit externer Stromversorgung. Um einem Missverständniss vorzubeugen sei hier erwähnt, dass durch das Anschließen einer externen Stromversorgung zum Starten des Motors die Batterie nicht automatisch geladen wird! Dies sind zwei unterschiedliche Vorgänge.
Aufladen der Batterie – so wird’s gemacht!
Zunächst geht es um das einfache Aufladen der Batterie mit den bei uns vorhandenen Ladegeräten. Folgende Tatsache ist wichtig: Unsere Flugzeuge haben
Unterschiedliche Bordspannungen und unterschiedliche Batterien
Flugzeug | Bordspannung | Batteriekapazität | Batterietyp |
Cessna 172 – D-EGBW | 12 V | 24 Ah | Blei-Gel-Batterie |
Cessna 152 – D-EIHI | 24 V | 14 Ah | Blei-Gel-Batterie |
Piper PA 28 – D-EWPA | 24 V | 13,6 Ah | Blei-Gel-Batterie |
Aquila A210 – D-EQCC |
12 V | 28 Ah | Blei-Gel-Batterie |
Aquila A210 – D-ERWO | 12 V | 28 Ah | Blei-Gel-Batterie |
Evektor Eurostar D-MWOS | 12 V | ? – gering! | LiFePO4 – Lithium Eisenphosphat |
Remos GX Elite D-MLSH | 12 V | 5Ah | LiFePO4 – Lithium Eisenphosphat |
Deshalb müssen zum Laden auch
unterschiedliche Ladegeräte
verwendet werden. Leider kommt es immer wieder vor, dass trotz des guten Willens das falsche Ladegerät verwendet wird. Deshalb hier nochmal die bei uns vorhandenen Ladegeräte im Bild:
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Ladegerät für 12V Batterien: D-EGBW, D-EQCC und D-ERWO | Ladegerät für 24V Batterien: D-EIHI und D-EWPA |
Die Ladegeräte befinden sich in einem der Schränke in der großen oder kleinen Flugzeug-Halle oder im Ablagefach des Starthilfewagens. Kabeltrommeln zum Anschließen ans 230V Netz stehen ebenfalls dort bereit.
Die C-Tek Ladegeräte, die für die BW, HI, PA, CC und WO eingesetzt werden sind vollautomatisch und funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Wichtig ist, dass der Ladevorgang von der Elektronik im Ladegerät nur dann gestartet werden kann, wenn die Batterie eine gewisse Restspannung aufweist. Hat also der Flieger mit eingeschaltetem Hauptschalter mehrere Tage gestanden ist die Batterie tiefentladen und muss erst mit einem herkömmlichen Ladegerät mit passender Konstant-Spannung wieder aufgepäppelt werden. Meist schon nach einigen Minuten kann dann das elektronische Ladegerät wieder übernehmen. Also: Nach dem Anschließen immer im LED-Display des Ladegeräts darauf achten, dass der Ladevorgang auch gestartet wurde!
Man erkennt dies nach dem Einstellen des richtigen Modes (Auto) daran, dass mindestens eine LED im Display zu leuchten beginnt. Leuchtet keine LED, ist der Ladevorgang nicht gestartet!
Ein Tipp aus der Praxis: Gelingt es trotz angeschlossenem Ladegerät und vorliegender 230V Netzspannung nicht, den Ladevorgang am Ladegerät zu starten kann dies mit der oben beschriebenen Tiefentladung zusammenhängen. Ein weiterer möglicher Grund kann aber auch eine defekte Sicherung sein.
Da das Anschließen der Ladegeräte zum Laden der Batterie für jedes Flugzeug unterschiedlich ist, wird dies i.f. einzeln beschrieben:
Verbinden der Ladegeräte mit dem jeweiligen Flugzeug
und
Aufladen der Batterie
Alle ULs: D-MWOS und D-MLSH
Bei den ULs ist durch die Ausrüstung mit LiFePO4 – Lithium Eisenphosphat – Akkus ein spezielles Ladegerät sowie ein vorsichtiges Aufladen unter ständiger Beobachtung notwendig. Eine falscher Umgang kann zu einem Akkubrand führen! Steht man vor dem Problem eines leeren Akkus bei einem UL dann gilt: Hans Gurski anrufen! Unter Anleitung kann man auch hier den Akku erfolgreich laden.
D-EGBW
Bei der großen Cessna kommt aufgrund der 12V Bordspannung auch das 12 V Ladegerät zum Einsatz. Es ist mit einem Verbindungskabel versehen, welches am Ende einen orange/schwarzen Stecker aufweist. Die mit der Batterie verbundene Buchse, in welche der Stecker des Ladegeräts gesteckt werden muss, befindet sich innerhalb der Motorhaube (Cowling). Zum Anschließen muss jedoch nicht unbedingt die Cowling demontiert werden! Man kann die mit der Batterie verbundene Buchse sehen und mit der Hand auch erreichen, indem man einfach die Ölkontrollöffnung an der oberen rechten Seite der Cowling öffnet und nach hinten schaut, siehe Bilder.
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Am besten gelingt dies, wenn man mit einer Taschenlampe bei geöffnetem Deckel in die Öffnung leuchtet. Dann sieht man die Buchse und kann sie mit der Hand nach oben ziehen und den orange-schwarzen Stecker des Ladegeräts (mit etwas Mühe!) anschließen. Danach wird das 12V Ladegerät an 230V angeschlossen und das Ladeprogramm ausgewählt. Die Buchse hat einen Verschlussdeckel, den man nach dem Ende des Ladevorgangs wieder aufstecken sollte.
D-EIHI
Bei der kleinen Cessna komt aufgrund der 24V Bordspannung auch das 24V Ladegerät zum Einsatz. Es ist mit einem Verbindungskabel versehen, welches am Ende einen Orange/schwarzen Stecker aufweist, siehe Bild.
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Stecker zur Verbindung des 24V Ladegeräts (D-EIHI, D-EWPA) |
Die mit der Batterie verbundene Buchse, in welche der Stecker des Ladegeräts gesteckt werden muss, befindet sich innerhalb der Motorhaube (Cowling). Zum Anschließen muss jedoch nicht unbedingt die Cowling demontiert werden! Man kann die mit der Batterie verbundene Buchse sehen und mit der Hand auch erreichen, indem man einfach die Ölkontrollöffnung an der oberen rechten Seite der Cowling öffnet und nach hinten schaut, siehe Bilder.
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Ladebuchse der D-EIHI. Zugang über die Ölkontrollöffnung |
Am besten gelingt dies, wenn man mit einer Taschenlampe bei geöffnetem Deckel in die Öffnung leuchtet. Dann sieht man die Buchse und kann sie mit der Hand nach oben ziehen und den orange-schwarzen Stecker des Ladegeräts (mit etwas Mühe!) anschließen. Danach wird das Ladegerät an 230V angeschlossen und das Ladeprogramm ausgewählt.
Sollte der Anschluss des Ladekabels durch die Ölkontrollöffnung hindurch partout nicht gelingen, bleibt nur die Demontage der Cowling mit entsprechenden Werkzeug. Es versteht sich von selbst, dass bei der Wiedermontage auf den festen und korekten Sitz jedes einzelnen Camlocks zu achten ist!
D-EWPA
Die 24V-Bordbatterie der PA28 befindet sich nicht unter der Cowling im Motorrraum, sondern im rechten Teil des Rumpfs, direkt hinter dem Gepäckraum. Sie ist nicht direkt von außen zugänglich. Die folgenden Bilder illustrieren den Zugang aus dem Inneren des Gepäckfachs durch die Gepäckklappe und einen Abschlussdeckel, welcher das Gepäckfach nach hinten abschließt.
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Zugang zur Batterie in der EWPA erfolgt über die Gepäcköffnung aus dem Rumpfinneren. Wenn man im Gepäckraum nach hinten schaut, sieht man zunächst den im rechten Bild blau hervorgehobenen Deckel. |
Dieser Deckel weist oben in den Ecken je einen gerändelten Verschluss auf, der sich ähnlich eines Camlocks durch eine 90° Drehung mit der Hand öffnen lässt. Nimmt man den Deckel ab, blickt man in den hinteren Rumpteil der EWPA mit allerlei Einbauten und den Steuerseilen:
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Blick in den hinteren Rumpf der EWPA. Steuerseile und 24V-Batterie sind gut zu erkennen. Das Bild wurde im Herbst 2021 aufgenommen. Anfang 2022 wurde eine neue Blei-Gel-Batterie mit 13,6 Ah verbaut. Preis der Batterie: 1200 € !!! |
Der Minuspol der Batterie ist in Flugrichtung gesehen hinten angeordnet. Der Pluspol der Batterie (in Flugrichtung vorne) ist durch eine Gummimanschette geschützt. Bevor man das Ladegerät anschließen kann, muss diese Manschette zunächst auf das Kabel geschoben werden, sodass der Pluspol freiliegt, wie im unteren Bild zu sehen.
Zum Laden der Batterie muss das im Starthilfewagen befindliche Kabel, welches zwei Krokodilklemmen sowie einen Orange/Schwarzen Stecker hat an das 24 V Ladegerät angeschlossen werden: ROT=PLUSPOL, SCHWARZ=MINUSPOL.
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Links: Batterie mit Kennzeichnung der Pole, rechts: Anschluß des 24V Ladegeräts zum Laden über Krokodilklemmen. |
Es versteht sich von selbst, dass beim Anschließen sehr sorgfältig mit dem Kabel hantiert werden muss um Verpolungen und Kurzschlüsse zu vermeiden. Deshalb geht man am besten wie folgt vor:
Reihenfolge:
- Rote Klemme am Pluspol der Batterie anschließen (in Flugrichtung vorn)
- Schwarze Klemme am Minuspol der Batterie anschließen (in Flugrichtung hinten)
- Krokodilklemmen-Kabel mit dem Ladegerät verbinden (über die orange/schwarze Buchse)
- Ladegerät an 230V anschließen
Nach dem Anschließen muss am Ladegerät der geeignete Modus gewählt werden (NORMAL) und dann heißt es abwarten, bis die Batterie einen ausreichenden Ladestand aufweist.
Beim Abklemmen des Ladegeräts geht man entsprechend in umgekehrter Reihenfolge vor.
D-ERWO und D-EQCC
Zum Laden muss die Cowling oben abgenommen werden und der Anschluß erfolgt mittels des Krokodilklemmen-Kabels (siehe Bilder unten) direkt an den Batteriepolen. Die Spannung der Blei Gel Batterie beträgt 12V, also muss auch das 12V Ladegerät verwendet werden.
Das 12V Ladegerät für die Aquilas D-ERWO / D-EQCC
Anschluss über das Kabel mit den Krokodilklemmen.
Anlassen des Triebwerks mit externer Stromversorgung
Ähnlich wie beim Verbinden der Ladegeräte verhält es sich auch mit dem Anschließen der externen Stromversorgung zum Triebwerksstart: Jede unserer Maschinen erfordert eine andere Vorgehensweise! Zusätzlich zu den Hinweisen im jeweiligen Handbuch werden in den nächsten Abschnitten für jeden unserer Flugzeugtypen die entsprechenden Verfahren beschrieben, die sich in der Praxis als nutzbringend und sicher herausgestellt haben.
Ein allgemeiner wichtiger Hinweis vorab: Jedes unserer Echo-Flugzeuge wird mit einem später beschriebenen genormten roten Stecker mit der externen Stromquelle verbunden. Beim Einstecken dieses Steckers wird über einen verbauten Pin ein Relais im Flugzeug betätigt welches bewirkt, dass sowohl die im Flieger verbaute Batterie als auch der Hauptschalter umgangen wird. Dadurch ergibt sich
- dass die Batterie über den so hergestellten Anschluss nicht geladen wird,
- dass sofort nach dem Anlassen des Triebwerks der Stecker abgezogen und der Hautptschalter eingeschaltet werden muss. Ansonsten läuft die Lichtmaschine ohne einen Verbraucher (hier: Batterie-Ladestrom) und kann auf diese Weise durch Überspannung zerstört werden.
Die beschriebene Trennung der leeren Batterie aus dem Stromkreis hat den Grund, dass unbedingt vermieden werden muss, dass eine volle und eine leere Batterie direkt miteinander verbunden werden. Dies kann zu gefährlich hohen Strömen bis hin zum Platzen der vollen Batterie führen.
Bevor die Vorgehensweise beim Anlassen mit externer Stromversorgung für die einzelnen Maschinen beschrieben wird macht es jedoch Sinn, unseren Starthilfewagen vorzustellen. Er bietet viele Möglichkeiten die aber nur dann genutzt werden können, wenn man sie auch kennt.
Noch ein weiterer Hinweis: Sollte man auf einem fremden Flugplatz externe Starthilfe benötigen ist unbedingt sicherzustellen, dass die Bordspannung der Maschine identisch mit der Spannung der externen Starterquelle ist. Stimmen diese nicht überein, sind erhebliche Schäden an der elektrischen Anlage die Folge!
Unser Starthilfewagen
Der Starthilfewagen (siehe Bild) wird durch zwei Autobatterien im Inneren gespeist, welche jeweils 44Ah Kapazität aufweisen. Diese werden konstant und automatisch mit zwei im Inneren verbauten Ladegeräten geladen (1,5A Ladestrom). Die Spannungen der Autobatterien werden an zwei stets angeschlossenen Analog Voltmetern angezeigt. Der Stromanschluß des Starthilfewagens soll konstant in einer 230V-Steckdose verbleiben- Wird dies nicht beachtet werden die beiden Autobatterien nicht geladen und sind höchstwahrscheinlich leer, da sie beide dauernd an die Analog-Voltmeter angeschlossen sind.
Am roten Stecker, der im Einsatzfall des Starthilfewagens mit dem Außenanschluss am Flugzeug verbunden wird, liegt eine Spannung von 12V an. Deshalb kann damit z.B. die D-EWPA mit ihren 24V Bordspannung nicht angelassen werden!
Zum Anlassen der D-EWPA mit externer Sromversorgung: Infos hier
Weitere Details: Roter Stecker (verpolungssicher), Voltmeter für die beiden Batterien, Ablagefach für Ladegeräte und diverse Kabel.
D-EGBW
Der Anschluss für die externe Stromversorgung bei der D-EGBW befindet sich vorne auf der linken Rumpfseite:
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Externer Stromanschluss bei der D-EGBW |
Der Deckel lässt sich durch Verdrehen der beiden Schrauben um jeweils 90° lösen, genau wie bei einem Camlock an der Cowling. Es handelt sich also nicht um Gewindeschrauben! Siehe dazu auch das folgende Bild, links.
Hat man den Deckel entfernt erkennt man den genormten Anschluss, wie er auch bei den Aquilas und der Piper PA 28 verwendet wird, siehe im folgenden Bild rechts.
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Links: Deckelverschlüsse im Detail, Rechts: Anschluss für externe Stromversorgung der D-EGBW |
In den genormten Anschluss passt der an unserem Starthilfewagen befindliche rote Stecker. Für die Durchführung der Starthilfe ist wie folgt vorzugehen (siehe auch im Handbuch die Hinweise in Kapitel 6):
WARNUNG: Personen und Kabelverbindungen müssen sich jederzeit deutlich außerhalb des Propellerkreises befinden!
Zunächst muss der externe Starthilfewagen in Position an die Maschine gebracht werden. Der verantwortliche Pilot (PIC) sitzt dann in der Maschine und hat zuvor einen Helfer instruiert, der am Startwagen verbleibt.
Der verantwortliche Pilot nimmt im Cockpit Platz und arbeitet zunächst die normale Checkliste bis zu dem Punkt ab, an der der Hauptschalter einzuschalten ist. Danach, also nach Handbuch auf Seite 6-13, bei EIN-geschaltetem Hauptschalter, sollte der mit dem beschriebenen Verfahren vertraute Helfer die Verbindung mit der externen Stromquelle mit der gebotenen Vorsicht vornehmen und sich vom Propellerkreis entfernt halten. Danach setzt der PIC die Checkliste wie normal fort. Konnte der Motor gestartet werden und läuft im Leerlauf wie geplant, soll die externe Stromversorgung möglichst sofort vorsichtig entfernt werden. Aus Sicherheitsgründen kann es empfehlenswert sein die Abdeckung des Zugangs zur externen Stromversorgung zunächst wegzulassen und erst nach dem nächsten geplanten Abstellen des Motors in sicherer Situation zu montieren.
D-EIHI
Die Vorgensweise bei der kleinen Cessna ist ganz einfach: Es gibt keine! Hier bleibt als einzige Möglichkeit aufgrund der fehlenden Anschlussmöglichkeit einer externen Stromquelle nur das langsame Laden der Batterie. Hat man Glück und die Batterie ist nicht tiefentladen, können 30-60 Minuten bereits ausreichen, um den Motor zu starten, sofern man beim Abarbeiten der Checkliste die Batterie schont.
D-EWPA
Wichtig: Derzeit funktioniert die für den externen Motorstart weiter unten angegebene Vorgehensweise bei der D-EWPA leider nicht, da unser externer Starthilfewagen fest auf 12V eingestellt ist, die PA braucht aber 24V!
Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da ein versehentliches Einstecken des genormten 24V Verbindungssteckers in die Aquilas einen sehr großen Schaden nach sich ziehen würde.
Als Lösung für die PA bleibt derzeit nur das Aufladen der Batterie wie oben beschrieben. 30-60 Minuten können hier schon ausreichend zum Motoranlassen sein, sofern die Verwendung der elektrischen Verbraucher dabei sinnvoll reduziert wird.
Die nachfolgenden Anweisungen sind also nur dann anzuwenden und nutzbar, wenn eine 24V Starthilfe zur Verfügung steht, also z.B. auf einem fremden Flugplatz. |
Das allgemeine und verbindliche Vorgehen wird ausführlich im Handbuch, Kapitel 4 (Normal Procedures, STARTING WITH EXTERNAL POWER SOURCE) Seite 4-8 beschrieben. Hier eine Zusammenfassung:
Battery master switch …………………………..OFF
Alternator switch ………………………………OFF
Left magneto switch ……………………………..ON
All electrical equipment…………………………OFF
External power plug………………..insert in fuselage
Proceed with normal start checklist
After the engine is running:
Throttle ……………………….lowest possible RPM
Right magneto switch…………………………….ON
External power plug …………disconnect from fuselage
Battery master switch …………………………..ON
Alternator switch ………………..ON – check ammeter
Oil pressure ………………………………..check
Das notwendige Anschließen unserer externen Stromversorgung an der D-EWPA ist im folgenden beschrieben.
Zunächst muss der Starthilfewagen aus der Halle in Position an die Maschine gebracht werden. Der verantwortliche Pilot (PIC) sitzt dann in der Maschine undhat zuvor einen Helfer instruiert, der am Startwagen verbleibt.
Danach vom PIC wird die oben beschriebene Checkliste abgearbeitet. Der externe Stecker (siehe Bild) wird dann auf Anweisung des PIC vom Helfer eingesteckt, und der Motor nach Checkliste gestartet. Nach Entfernen des Steckers wenn der Motor läuft, schließen der Klappe und dem zurückfahren des Startwagens, kann es mit der normalen Checkliste weitergehen.
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Piper PA28: Anschluss für externe Stromversorgung | Piper PA28: Detail – Anschluss für externe Stromversorgung |
Wichtig: Zu beachten ist, dass bei laufendem Motor die Batterie der PA nur bei höheren Drehzahlen geladen wird, weil nur dann der Erregerstrom im Alternator (Lichtmaschine) ausreichend hoch ist. Erkennbar ist dies an der digitalen Anzeige des Amperemeters im Panel rechts oben: Wenn die Lichtmaschine nicht lädt, zeigt er den Wert „001“ an. Ab etwa 850 U/min. wird ein Wert größer „001“ angezeigt. Erst ab dann fließt ein Strom von der Lichtmaschine zum elektrischen System (Dieser Wert wird dann angezeigt!). Bei „001“ ist die Batterie spätestens nach 10 Minuten leer! – Also die Anzeige immer größer „001“ halten! Wie hoch der Wert ist, hängt von den eingeschalteten Verbrauchern ab. Normal ist ein Wert zwischen „010“ und „030“ Ampere. Tut sich nichts hat man vergessen, den Alternator-Schalter einzuschalten.
D-ERWO und D-EQCC
Der Außenanschluss für den Starthilfestecker an den Aquilas befindet sich auf der rechten Rumpfseite am Übergang der Cowling zum Rumpf (siehe Bilder). Es handelt sich um eine dreipolige verpolungssichere Steckdose nach MIL-Norm. An der WO funktioniert der Anschluss derzeit leider nicht! (Stand September 2021).
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Aquila: Anschlusssteckdose für externe Stromversorgung | Aquila: Detail – Anschlusssteckdose für externe Stromversorgung |
Folgende Schritte sind beim Anlassen mit der externen Stromversorgung nacheinander auszuführen (siehe dazu die ausführliche Darstellung im Aquila Handbuch, Kap.7.11.8 Externe Starthilfe). Hierzu werden mindestens zwei mit dem Vorgehen vertraute eingewiesene und geschulte Personen benötigt: Ein Helfer für die Verbindung des Flugzeugs mit der externen Starthilfe sowie eine mit dem Flugzeug vertraute Person im Cockpit zum Starten des Motors.
- WARNUNG: Personen und Kabelverbindungen müssen sich jederzeit deutlich außerhalb des Propellerkreises befinden
- Externe Starthilfe (von unserem Starthilfewagen) an der Außenbordsteckdose einstecken und am Starthilfewagen Starthilfewagen einschalten.
- ALT/BAT-Schalter im Cockpit auf EIN schalten
- Triebwerk nach Angaben in Kapitel 4.5.2 des Aquila-Handbuchs „Anlassen des Triebwerkes“ starten
- Stromversorgungskabel aus der Außenbordsteckdose ziehen
Quellen und weiterführende Literatur:
[1] Autor: Andreas Wüst, 2021
[2] Horst Hauzeneder, Motorflugreferent 2021
[3] Aeokurier: Stromversorgung im Flugzeug, 29.7.2016
Aufgrund der Komplexität der beschriebenen Zusammenhänge und Handlungen sind alle Leser aufgerufen bei Unklarheiten oder Fehlern im vorliegenden Bericht den Autor und den Motorflugreferenten unverzüglich zu benachrichtigen. Es versteht sich von selbst, dass keine Haftung für die Richtigkeit übernommen werden kann.